Meine Beschwerde in der Blindenschule sorgte zu Hause für große Unruhe

Nach einem Anruf im August 1983 lernte ich nur drei Tage später wieder einmal den wahren Charakter meiner Eltern auf ein Neues kennen. Da Eleonore dieses Telefonat mitbekam, was auf Grund meiner Lautstärke auch nicht zu überhören war, meinte sie noch mitten im Gespräch, dass ich mal mit diesem Rektor nicht so herumschreien soll. Wütend gab ich ihr zur Antwort, dass sie sich mal ganz heraushalten soll, da sie sich ja um nichts in der Schule gekümmert hätte. Was mir auch der Rektor, Herr Heller, am Telefon ebenfalls bestätigte. Er ließ mich wissen, dass ich nicht nur auf die Schule, sondern auch auf meine Eltern schimpfen soll, womit er natürlich recht hatte. Dennoch kündigte ich ihm die Presse an, weil ich mich sehr ungerecht behandelt fühlte und nicht mehr wusste, wie es nun weitergehen sollte. Dass ich das letztlich leider nicht machte, war nur der Tatsache geschuldet, dass ich dann auch die so genannten Eltern gleich mit an den Pranger gestellt hätte. Natürlich vergaß Herr Heller bei diesem Telefonat, dass auch er für teilweise skandalöse Zustände, die er nun einmal in all den Jahren in dieser Blindenschule hatte, bezahlt wurde. Zum Beispiel ließ er Schüler wie meine Person ganz einfach durch das Raster fallen, obwohl man genau sah, dass das mit meiner Entwicklung so hat nicht gut gehen können. Nach diesem sehr heftigen Telefonat sorgte Eleonore im Laufe der kommenden drei Tage dafür, dass Fritz sich wieder einmal von jetzt auf gleich komplett gegen meine Person stellte. So nahm er am Donnerstag, dem 18. August, meine Post mit in den Spielsalon, wo er zu dieser Zeit arbeitete. Am Abend, als er nach Hause kam, begann er sofort so laut mit mir herumzuschreien, was ich mir denn einbilden würde, wie ich mit seiner Frau als meiner Mutter rede. Es klang gerade so, als habe er entdeckt, dass er mit seiner Frau verheiratet war. In Wirklichkeit haben die beiden sich gegenseitig so oft belogen, dass sich die Balken bogen! Hierbei war es gar nicht mal so selten vorgekommen, dass wir als Kinder immer wieder für den einen oder anderen lügen mussten. Der Grund für seine Wut gegen meine Person dürfte zum einen seine eigene Frau gewesen sein und zum anderen, dass er den ganzen Tag einen für mich sehr wichtigen Brief von meiner damaligen Krankenkasse mit sich herumschleppte, um mir diesen am Abend unter die Nase zu halten. Aus diesem Brief ging hervor, dass ich 1.900 DM an die Kasse an Beitragsrückständen zu zahlen hatte. Wie sich einige Tage später herausstellte, war diese Summe deshalb zustande gekommen, weil man vergessen hatte, mich in Veitshöchheim wieder abzumelden. So schickte mir meine Kasse logischerweise diese Rechnung zu. Da ich die von mir genannten Rückstände auf Grund meiner Arbeitslosigkeit nicht habe zahlen können, nutzte Fritz diese Krankenkassenrechnung dazu, um mit mir abzurechnen. Es  war ihm natürlich willkommen,  dass ich wenige Monate zuvor ohne Erfolg in Veitshöchheim ausgeschieden war. Genau das nützte Fritz dafür aus, um mir in einem sehr unhöflichen Ton klarzumachen, dass ich doch ein „Versager“ sei, da ich es noch nicht einmal schaffte, aus mir etwas zu machen. Diese Wortwahl war nun eine ganz neue Qualität, die ich in dem, was sich Elternhaus nannte, erfahren musste. Dass ich von beiden nicht gerade ein vorbildliches Dasein gewohnt war, habe ich ja schon in sehr eindeutiger Form in meinem Buch angesprochen. Dass er sich aber zu einem solch niederträchtigen Wort wie V e r s a g e r mir gegenüber hinreißen ließ, das konnte ich ihm nicht vergessen! Schließlich war ich es nicht gewesen, der als Vater von drei Kindern, die bei uns im Haushalt leben durften, mit 31 in Frührente gegangen war und sich damit auch noch brüstete!  Nein Fritz, das warst du und nicht ich! Als angeblicher Versager konnte ich immerhin auf 11 Schuljahre zurückblicken, in denen ich ohne taugliche Eltern einen sehr großen Kampf führte, während du und deine Frau mir das Geld, das mir gehörte, verheimlicht haben. Dabei kommt noch hinzu, dass ich diesen Kampf aus den von mir mehrfach genannten Gründen nie habe gewinnen können. Dass es zu einem Hauptschulabschluss leider für mich nicht reichte, lag nicht etwa daran, dass ich ein „Versager“ war, sondern dass die so genannten Vorbilder in Form von Eltern beide zu faul waren, sich auf den von mir genannten Schulen vorzustellen. Mit anständigen Eltern, die sich in den für mich zuständigen Schulen nicht nur vorgestellt hätten, sondern auch bereit gewesen wären, konkrete Ziele für mein Schulleben zu vereinbaren, wäre auch für mich ein Schulabschluss möglich gewesen. Auf diese Weise hätte ich unter würdigen Schulbedingungen arbeiten können. So aber zog es deine Frau vor, ihren eigenen Sohn für zwei Schuljahre von der Schule zurückzustellen und aus reiner Faulheit auch noch für „eventuell geistesbehindert“ schreiben zu lassen. Da du dich als Ehemann aus dem, was deine Frau damals mit mir veranstaltete, herausgehalten hast und dich einer Wortwahl bedientest, die nicht einmal eines Stiefvaters würdig ist, wird dein Versagen an dieser Stelle so richtig deutlich. Ich war und bin auch dann kein „Versager“, wenn deiner Frau und dir nichts Besseres einfiel, als eueren Sohn mitten in einem Schuljahr in eine Klasse für schwer Lernbehinderte zu schicken. Dort holtet ihr ihn wieder heraus, um in dessen Abwesenheit das Blindengeld kassieren zu können! Damit Eleonore für euch beide ihre Ziele durchsetzen konnte, ließ sie mich ein zweites Mal nach 1969 auch im Jahr 1974 für „eventuell geistesbehindert“ schreiben. Siehst du, lieber Fritz, das ist Versagen! Es ist übrigens auch Versagen, wenn man ärztliche Hilfe oder sonstige Serviceleistungen in Anspruch nimmt, um sie hinterher nicht zu bezahlen. Doch ist das nicht nur Versagen, sondern genauso wirtschaftskriminell, wie wenn man der Person, die man für einen „Versager“ gehalten hat, das Blindengeld zweckentfremdet. Auch wenn ich von nun an damit sehr zu kämpfen hatte, dass ich ein „Versager“ sei, so wusste ich ganz genau, dass sie es doch als Eltern waren, die in Wahrheit auf der ganzen Linie versagt hatten und dafür auch noch jede Menge Geld unerlaubter Weise kassierten. Ja, Eleonore und Fritz, das ist wirklich und wahrhaftig Versagen!